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Grundsätzliches zum digitalen Antennen-TV DVB-T (4/4)

Chronik der wichtigsten Ereignisse

Deutschland ist eines der ersten Lńnder, die den Umstieg auf DVB-T beendet haben. Das wurde am 1. November 2002 in Berlin begonnen. Der letzte analoge Grundnetzsender ging am 25. November 2008 vom Netz. Hier eine Chronik der Ereignisse samt der Vorgeschichte.


9.1998In Berlin, Bayern, Nord- und Mitteldeutschland starten DVB-T-Pilotprojekte.
2.2002Die berlin-brandenburgische Landesmedienanstalt MABB bringt ├Âffentlich-rechtliche und private Programmveranstalter, Sendenetzbetreiber, Verbrauchersch├╝tzer und andere an einen Tisch. F├╝r beide Bundesl├Ąnder wird die erste Vereinbarung in Deutschland ├╝ber den Umstieg des Antennenfernsehens auf DVB-T unterzeichnet.
1.11.2002In Deutschland startet - zun├Ąchst im Raum Berlin/Potsdam - der Regelbetrieb des digitalen Antennenfernsehens DVB-T. Erstmalig wird eine ├ťbergangszeit festgelegt - in Berlin wird nur noch weitere neun Monate analogterrestrisch gesendet.
2.2003Nachdem weitere private Programme bereit sind, ihre analoge Antennenverbreitung aufzugeben, geht der Umstieg auf DVB-T in der Region Berlin/Potsdam in die zweite Phase.
1.8.2003Weltweit zum ersten Mal werden in Berlin/Potsdam die letzten analog-terrestrischen TV-Sender stillgelegt - sie wurden durch digitale Kapazit├Ąten (DVB-T) ersetzt. Weitere deutsche Regionen k├╝ndigen den Einstieg in den Umstieg an. Auch international steigt die Akzeptanz von DVB-T.
10.2003Nach Berliner Vorbild werden zwei weitere Vereinbarungen ├╝ber den Umstieg auf DVB-T unterzeichnet: DVB-T soll koordiniert in den norddeutschen Bundesl├Ąndern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gestartet werden. Eine weitere Vereinbarung betrifft den Umstieg in Nordrhein-Westfalen.
2004In Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen beginnt die Einf├╝hrung von DVB-T.
In Deutschland werden 1,4 Millionen DVB-T-Settopboxen verkauft. DVB-T scheint eine Renaissance des traditionellen Empfangsweges zu bringen - auch f├╝r Zweit- und Drittger├Ąte.
3.2004Im S├╝dwesten wird der Umstieg auf DVB-T mit einer Vereinbarung f├╝r die Bundesl├Ąnder Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-W├╝rttemberg eingeleitet.
5.2004F├╝r Bayern und die mitteldeutschen Bundesl├Ąnder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th├╝ringen werden Umstiegsvereinbarungen unterzeichnet.
24.5.2004Drei weitere DVB-T Versorungsinseln beginnen den Betrieb: Die Regionen Hannover/Braunschweig, Bremen und K├Âln/Bonn gehen ans Digitalnetz.
4.10.2004DVB-T startet im nordrhein-westf├Ąlischen Verbreitungsgebiet Rhein/Main.
8.11.2004Die DVB-T Versorgung im Norden wird um die Regionen Hamburg/L├╝beck und Kiel/Schleswig-Holstein erweitert. Im Westen wird in der Startinsel D├╝sseldorf/Ruhrgebiet mit der DVB-T Versorgung begonnen.
30.5.2005DVB-T geht in M├╝nchen/S├╝dbayern und N├╝rnberg in Betrieb. Damit k├Ânnen etwa 55% der deutschen Bev├Âlkerung DVB-T empfangen. ARD und ZDF erkl├Ąren ├╝bereinstimmend, den Ausbau von DVB-T fortzusetzen, w├Ąhrend die gro├čen privaten Programme aus Kostengr├╝nden in weiteren Gebieten vorerst auf eine Beteiligung an DVB-T verzichten.
2.9.2005DVB-T ist weiter attraktiv: Jetzt kommen Fernseher mit integriertem Digitalempfang und DVD-Recorder. Die Internet-Anbindung ├╝ber DVB-T wird demonstriert.
5.12.2005DVB-T startet in Mitteldeutschland (5.12.), Mecklenburg-Vorpommern (6.12.) und Lingen/Osnabr├╝ck (14.12.) mit ausschlie├člich ├Âffentlich-rechtlichen Programmen.
1.2006Die MABB klagt gegen den EU-Bescheid vom vergangenen November, der die DVB-T-F├Ârderung der privaten TV-Sender in Berlin f├╝r rechtswidrig erkl├Ąrt.
2.2006In Berlin wird die „hierarchische Modulation“ in DVB-T Multiplexen getestet.
Die Firma Technisat startet das deutschlandweit erste verschl├╝sselte DVB-T Programm Radioropa H├Ârbuch, im Rahmen des Berliner Radio-Testprojektes.
5.2006├ľffentlich-rechtliche Programme werden in weiteren Regionen der Bundesl├Ąnder Baden-W├╝rttemberg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen per DVB-T angeboten. 70 Prozent der deutschen TV-Haushalte sind versorgt.
10.2006Brandenburg und Ostbayern werden mit DVB-T versorgt, Der Versorgungsgrad erreicht damit 75%. Laut DVB-T Taskforce von ARD und ZDF wurden mehr als 7 Mio. Ger├Ąte verkauft.
10.2006RTL best├Ątigt Pl├Ąne zur Ausweitung des DVB-T Engagements in Stuttgart, Leipzig und Teilen von NRW. Die Abkehr von der bisherigen Einsch├Ątzung („zu teuer, zu wenig Zuschauer“) kann im Zusammenhang mit bef├╝rchteter Zuschauerabwanderung von Kabel und Satellit im Gefolge der ab 2007 geplanten Grundverschl├╝sselung gesehen werden.
24.10.2006Neues DVB-T Empfangsgebiet im Norden ist die Westk├╝ste Schleswig-Holsteins.
3.2007Per DVB-T k├Ânnen ├Âffentlich-rechtliche Programme nun auch in der L├╝neburger Heide und im Wendland empfangen werden.
F├╝r Leipzig wird eine regionale Kette von Lowpowersendern ins Gespr├Ąch gebracht, um privaten Lokalsendern eine wirtschaftlich tragf├Ąhige DVB-T Verbreitung zu erm├Âglichen.
6.2007In Mitteldeutschland werden Dresden/Ostsachsen, Chemnitz und das S├Ąchsische Vogtland, Gera und das Th├╝ringer Vogtland per DVB-T versorgt. Auch in M├╝nster wird per Antenne digital gesendet.
7.2007Die Regionen Hochrhein und S├╝dlicher Oberrhein gehen ans DVB-T Netz.
10.2007Wie schon im Fall Berlin zwei Jahre zuvor hat die EU-Kommission die F├Ârderung der DVB-T Einf├╝hrung durch die Landesmedienanstalt LfM f├╝r wettbewerbswidrig erkl├Ąrt. Die LfM hatte 5,8 Mio. Euro auf f├╝nf Jahre eingeplant.
10.2007Das Empfangsgebiet Mitteldeutschland wird um die Regionen Harz, Magdeburg, S├╝dliche Altmark und Wittenberg erweitert.
27.11.2007Im S├╝den gehen 12 ├Âffentlich-rechtliche Programme in den Regionen Bodensee-Oberschwaben, Neckar Alb und im Bayerischen Schwaben digital per Antenne auf Sendung.
12.2007Die Deutsche TV-Plattform zertifiziert nach Empfangsger├Ąten nun auch Zimmerantennen f├╝r DVB-T.
4.12.2007Im S├╝dwesten kann mit DVB-T auch in Baden-Baden, am Mittleren Oberrhein, der Pfalz und dem Donnersbergkreis sowie der Vorderpfalz empfangen werden.
13.12.2007Erstmals seit Mitte 2005 beteiligen sich private Programme wieder in einer Startinsel. SaarTV, Tele5 und QVC senden im Saarland per DVB-T. Mit der Aufschaltung im Saarland liegt der Versorgungsgrad f├╝r DVB-T bei 85 Prozent, das Zuschauerpotenzial bei 68 Millionen.
17.3.2008In Leipzig startet das DVB-T Projekt eines stadtweiten Lowpower-Netzes. Erstmals ist nicht die Telekom-Tochter Media&Broadcast f├╝r den Netzbetrieb verantwortlich, sondern die s├Ąchsische Mugler AG.
16.5.2008W├Ąhrend des DTM-Rennens am N├╝rburgring gibt es erstmals ein lokales Fan-TV. Kurz darauf erteilt die Landesmedienanstalt LMK Lizenzen f├╝r 10 Termine des Veranstaltungsfernsehens mit DVB-T Lowpowertechnik am N├╝rburgring in 2008. Die Sendetechnik wird auch beim Norisring-Rennen der DTM Ende Juni eingesetzt. Netzbetreiber ist die Mugler AG.
1.7.2008Mit dem Betriebsbeginn von f├╝nf Sendeanlagen in Th├╝ringen und Sachsen-Anhalt ist in Mitteldeutschland der DVB-T Umstieg beendet.
11.2008In Baden-W├╝rttemberg (5.11.), Rheinland-Pfalz (12.11.) und Nordbayern (25.11.) gehen weitere DVB-T Sendeanlagen in den Betrieb.
Mit der Abschaltung der letzten analogen Grundnetzsender beenden die ├Âffentlich-rechtlichen Anstalten den DVB-T Umstieg in Deutschland und versorgen mehr als 90 Prozent der Bev├Âlkerung. Daf├╝r wurden mehr als 600 Grundnetz- und 8.700 F├╝llsender durch 488 digitale Sendeanlagen ersetzt.
Seit 2002 wurde etwa 16 Millionen Empfangsger├Ąte f├╝r DVB-T, darunter 550.000 Kfz-Ger├Ąte, verkauft.
1.2009Die s├Ąchsische Landesmedienanstalt SLM f├Ârdert den Umstieg lokaler TV-Programme auf DVB-T.
11.2.2009Die LfK lizensiert ein grundverschl├╝sseltes RTL-Bouquet f├╝r Stuttgart. Angek├╝ndigt sind sechs Programme, darunter zwei kostenpflichtige. Komprimiert wird erstmals mit MPEG-4 auf der Basis von DVB-T. Daf├╝r sind spezielle Ger├Ąte notwendig.
Gleichzeitig l├Ąuft eine Ausschreibung f├╝r Halle und Leipzig, die ebenfalls auf ein alternatives Datenreduktionsverfahren Bezug nimmt und an der sich einzig die RTL-Gruppe beteiligt.
30.4.2009Die Landesmedienanstalten Sachsens und Sachsen-Anhalts lizensieren das grundverschl├╝sselte RTL-Paket auch f├╝r Halle und Leipzig. Die konkurrierende ProSiebenSat1-Gruppe h├Ąlt das Konzept nicht f├╝r tragf├Ąhig und setzt langfristig auf DVB-T2.
30.6.2009Der Sender L├Âffelstelzen (Taubertal) wird auf DVB-T umgestellt; damit ist die Umstellung in Baden-W├╝rttemberg endg├╝ltig vollzogen.
8.7.2009Die Deutsche TV-Plattform legt ihren Abschlu├čbericht zur Begleitung des DVB-T Umstiegs vor.
Mehr: Download: Abschlu├čbericht.
23.7.2009Sachsen schreibt Frequenzen f├╝r f├╝nf Regionen aus, in denen privates Lokal-TV per Analogantenne verbreitet wird. Laut Landesmediengesetz muss die Umstellung zum Jahreswechsel 2009/2010 vonstatten gehen.
15.10.2009Unter dem Namen Viseo+ starten RTL und Eutelsat die Vermarktung des kostenpflichtigen ersten grundverschl├╝sselten und ├╝berdies mit MPEG-4 komprimierten TV-Multiplexes in Stuttgart.
21.10.2009In Halle wird das Lokalfernsehen TV.Halle per DVB-T Lowpower-Netz verbreitet. Die Landesmedienanstalt f├Ârdert die Sendekosten, um zugleich die kosteng├╝nstige Zuf├╝hrung zu lokalen Kabelnetzen zu unterst├╝tzen.
Die Mugler AG erh├Ąlt die Lizenz f├╝r den Regelbetrieb des Leipziger Lowpower-Sendenetzes.
2.11.2009In Berlin erweitert K 39 mit Das Vierte und BibelTV sowie dem VisualRadio JayJay.VR und drei freien Programmpl├Ątzen das DVB-T Angebot.
4.11.2009In Bayern werden die Sender f├╝r Traunstein und Garmisch auf Digitalbetrieb umgestellt. Damit gehen auch die letzten analogen Kleinleistungssender vom Netz.
7.12.2009Die Vermarktung von Viseo+ startet auch im Sendegebiet Halle/Leipzig.
4.3.2010Die Landesmedienanstalt MA HSH legt ihr DVB-T Radioprojekt f├╝r Hamburg und L├╝beck aufgrund geringem Interesses zu den Akten. Stattdessen wird ein weiterer TV-Sendeplatz ausgeschrieben.
10.5.2010Das Leipziger Lowpower-Projekt f├╝r Lokalfernsehen via DVB-T wechselt in den Regelbetrieb. Netzbetreiber ist erstmals nicht der Monopolist Media Broadcast, sondern die regionale Mugler AG.
In Hamburg startet ein vierter DVB-T Privatkanal mit vier Programmen.
31.10.2010RTL gibt die Verbreitung seines DVB-T Multiplexes im Raum N├╝rnberg auf. Hintergrund: Der aufgrund der Digitalen Dividende erforderliche Kanalwechsel ist zu teuer; eine Ersetzung der Kosten ist - trotz Zusagen der Bundesregierung - nicht gekl├Ąrt.
Mehr: dehnmedia-Meldung zur RTL-Entscheidung.
12.12.2011Der letzte im VHF-Band III arbeitende TV-Sender in Deutschland (ARD ├╝ber Hohe Linie, Bayern) wird zugunsten des digitalen H├Ârfunks in den UHF-Bereich verlagert.
Mehr: dehnmedia-Meldung.
1.6.2012Zumindest in Ballungsr├Ąumen ist das Interesse f├╝r DVB-T auch programmseitig ungebrochen. F├╝r Hannover und Braunschweig geht ein vierter Privat-Multiplex auf Sendung. F├╝r Hamburg und Schleswig-Holstein werden weitere Programme lizenziert.
23.6.2012Die s├Ąchsische Landesmedienanstalt SLM beschlie├čt ein F├Ârderprogramm zur Finanzierung des Umstiegs lokaler Programme auf DVB-T in vier Regionen. Es entbrennt ein Streit zwischen den Anbietern und dem Netzbetreiber Mugler AG um die Vertragsgestaltung.
15.11.2012Nach dem wenig genutzten Pay-Angebot viseo+ bekommt Stuttgart ├╝berraschend ein frei empfangbares Bouquet mit drei privaten TV-Sendern.
Mehr: dehnmedia-Meldung zur Aufschaltung.
17.1.2013Die RTL-Gruppe k├╝ndigt den Ausstieg aus DVB-T an. Als Grund wird neben den hohen Kosten mangelnde Planungssicherheit bez├╝glich der Frequenznutzung und einer Grundverschl├╝sselung genannt. Die Verbreitungsvertr├Ąge laufen f├╝r M├╝nchen Ende Mai 2013, in den acht anderen Regionen bis Ende 2014 aus.
Mehr: dehnmedia-Artikel RTL steigt aus.
20.2.2013Der Netzbetreiber Media Broadcast verbindet DVB-T mit dem interaktiven Fernsehen. Die Hybridplattform „Multithek“ startet in sieben Terrestrik-Regionen.
3.9.2013Die ProSiebenSat1-Familie bekennt sich zu DVB-T. Der Frauensender Sixx wurde im Juni in M├╝nchen und N├╝rnberg aufgeschaltet. Die neuen Programm Sat1 Gold (1.8.) und Pro7Maxx (3.9.) starten auf dem vorherigen RTL-Kanal 34 in M├╝nchen/S├╝dbayern. Der Multiplex wird durch Tele5 und DMAX (2.9.) komplett belegt.
Mehr: dehnmedia-Meldungen zum Start von Sixx und zum Abschlu├č der Neubelegung.
17.12.2013Aufgrund der Zusage im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, die UHF-Frequenzen f├╝r das Fernsehen zu sichern, nimmt die RTL-Gruppe ihre Ausstiegspl├Ąne zur├╝ck und k├╝ndigt an, die Verl├Ąngerung Ende 2014 auslaufender DVB-T Lizenzen zu beantragen.
Mehr: dehnmedia-Meldung zur RTL-Ank├╝ndigung.
17.1.2014In Berlin, Bremen, Hamburg, Kiel/L├╝beck und Hannover/Braunschweig ersetzt der frei empfangbare Disney Channel (bis Nov. 2013 ein Pay-Kanal) DasVierte.
Mehr: dehnmedia-Meldung zu Testsendungen.

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