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Archiv : Vorbereitungen für DVB-T2 (2/4)

Standardisierung und Vorgeschichte

DVB-T2 Logo (DVB Project) Im Frühjahr 2006 informierte Prof. Ulrich Reimers, einer der „Väter“ des digitalen Fernsehens und Leiter des Technical Module von DVB, über die Bildung der „TM-T2“ genannten Arbeitsgruppe. In diesem Stadium zeichneten sich unterschiedliche Interessen für DVB-T2 ab. So wollten einige DVB-Insider das Empfangsverhalten in Fahrzeugen optimiert sehen. Eine andere Gruppe orientierte auf das hochauflösende Fernsehen HDTV über die Antenne. Eine „Studienmission“ kreiste die Schwerpunktthemen „höhere Bandbreite“ und „Robustheit der Übertragung“ weiter ein.

Das Papier lag im Juni 2006 vor. Daraus selektierte die Arbeitsgruppe „TM-T2“ umsetzungswürdige „Kandidaten Technologien“. Anfang 2007 folgte ein „Call for Technologies“ und im April 2007 die Formulierung kommerzieller Anforderungen (im DVB-Module CM-AMT). Das Module legte sich dazu auf folgende Schwerpunkte fest:
Beibehaltung der vorhandenen Sender-Infrastruktur,
Eignung der vorhandenen Empfangsantennen,
Schwerpunktsetzung auf Weiterentwicklung des stationären und portablen Empfangs,
Kapazitätssteigerung um 30 Prozent unter mit DVB-T vergleichbaren Bedingungen,
Verbesserung der Eigenschaften von Gleichwellennetzen,
Kombination von Programmen mit unterschiedlichen Sendeparametern in einem Kanal,
Flexible Bandbreitennutzung,
Maßnahmen zur Senkung der Verbreitungskosten.

Nach Tests der Machbarkeit und Interoperabilität wurde die Schlußversion des Standards formuliert, die dann den Standardisierungsprozeß durchlief.

Schon damals war DVB-T2 für Deutschland kurzfristig nicht zu erwarten. Ab 2010 wurde mehrfach das Jahr 2014 als Beginn des Umstiegs genannt. Vor allem ARD und ZDF wollten die Verbraucher aber nicht relativ kurz nach der 2008 beendeten Einführung von DVB-T schon wieder zum Kauf neuer Geräte zwingen. ZDF-Produktionsdirektor Andreas Bereczky ging im Juni 2009 davon aus, dass einer Einführung DVB-T2 mit HDTV ein etwa fünf Jahre dauernder Entscheidungs- und Einführungsprozeß vorangehen werde. Dabei wären die Erfahrungen mit den HDTV-Multiplexen in Frankreich und England einzubeziehen.

Frühe technische Szenarios

ARD Szenario für DVB-T2. Quelle: Vortrag H. Tillmann, 10/09 Schon 2009 diskutieren ARD und ZDF Szenarios für die Kanalnutzung mit DVB-T2. Die Überlegungen richten sich einerseits darauf, je Kanal zwei HDTV-Programme zu verbreiten. Als Gegenpol ist von sechs „SD+“-Programme die Rede - das Pluszeichen steht dabei für die Wiedereinführung des Dolbytons, DVB-Untertitel, Audiodeskriptionen und andere Mehrwertdienste. Gleichfalls möglich sei die Mischung von einem HDTV- und drei bis vier SD+-Programmen auf einem Kanal (siehe Grafik - öffnet per Mausclick in neuem Fenster). Die damit verbundenen Vorstellungen über die zum Einführungszeitpunkt verfügbaren Frequenzressourcen scheinen allerdings nach der Digitale Dividende 1 und in Vorausschau auf die Digitale Dividende 2 nicht umsetzbar.

Weitere Infos zu DVB-T2:
dehnmedia-Meldung: Andreas Bereczky (ZDF) zum Einführungstermin (19.6.2009).

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